„In einem halben Jahr möchte ich in der Lage sein ...“

Ambulante Erziehungshilfen und die Kraft der Zukunft

hpkj Jugendhilfe München ambulant, Ambulante Erziehungshilfe (AEH)

Am Beginn einer ambulanten Erziehungshilfe steht für Familien, Kinder und Jugendliche oft die Vergangenheit im Mittelpunkt: Was hat alles nicht funktioniert, woher kommen die Schwierigkeiten und früher war das doch auch kein Problem.

 

Unsere zentrale Aufgabe bei hpkj ambulant ist es, diesen rückwärtsgewandten Blick in Richtung Zukunft zu verschieben. Dabei orientieren wir uns an den aus dem Projektmanagement bekannten Kriterien von SMART: Spezifische, messbare, akzeptierte und realistische Ziele sollen terminierbar werden.

 

Oder anders gesagt: Welche Ziele sollen zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft erreicht werden? Wenn ein Jugendlicher, befragt nach seinen Zielen, sagen würde: »In einem halben Jahr möchte ich mindestens zwei Möglichkeiten kennen, wie ich in einer Streitsituation mit meiner Mutter reagieren kann, damit der Konflikt nicht eskaliert und sie mir wieder mit dem Rauswurf aus der Wohnung droht,« dann wäre das natürlich einfach. Aber das ist nicht sehr realistisch. Das Ziel möglicherweise schon. Aber nicht, dass ein Jugendlicher dies so klar formuliert.

 

Manche wissen vor lauter Problemen nicht, was sie eigentlich wollen.

 

Meist steht der konkrete Wunsch im Vordergrund, der Wunsch nach Entlastung in bestimmten Situationen, vielleicht danach, dass es ihnen einfach nur ein bisschen besser geht oder alles wieder so wird, wie es einmal war. Insbesondere in der Pubertät sind Jugendliche vor allem damit beschäftigt, wie sie in ihrer Peergroup mithalten können und die Eltern nehmen sie dabei oft nur als nervige Belastung wahr.

 

Unsere Aufgabe als Fachkräfte ist es, in der Zusammenarbeit mit den Familien herauszufinden, was sie wirklich wollen, welche Ziele sie erreichen wollen. Dazu stehen unterschiedliche Zugänge zur Verfügung: Gespräche, Alltagsbegleitung und Gruppenangebote.

 

Unsere Arbeit soll den Familien einen Blick in die Zukunft ermöglichen. Sie soll Familien zeigen, dass es für die aktuellen Schwierigkeiten Lösungen gibt. Und dass Ziele notwendig sind, um zu wissen, wohin es gehen soll. Die Zukunft ist immer Bestandteil der Ziele, die wir gemeinsam mit den Familien erarbeiten – »In einem halben Jahr möchte ich in der Lage sein ...«