Im Herbst 2008 kam Frau J. zum ersten Mal zu hpkj coach

hpkj coach unterstützt nicht nur bei der Entwicklung von Strategien zur Integration in den Arbeitsmarkt, sondern auch im täglichen Kampf gegen die Armut

hpkj Bildung und Beruf München, coach, Coaching, Beratung

Sie war vor 19 Jahren aus Nordafrika nach Deutschland gekommen und hat sich viele Jahre mit verschiedensten Jobs durchgeschlagen. Als ihre Mutter schwer krank wurde, entschloss sich Frau J. einen Kredit von 10.000 Euro aufzunehmen, um ihre Mutter zu unterstützen. Kurz darauf verlor sie betriebsbedingt ihre Arbeit, konnte die monatlichen Zahlungen an die Bank nicht mehr leisten und wurde Hartz-IV-Empfängerin mit 359 Euro im Monat. Mahnungen flatterten ihr ins Haus und der Gerichtsvollzieher kündigte sich an.

 

In unserer Beratung entwickelt Frau J. schnell Vertrauen, denn sie erlebt, dass sie mit ihren Sorgen und ihren Zukunftsängsten ernst genommen wird. Frau J. braucht dringend die Unterstützung einer Schuldnerberatung, die sie auch annehmen würde, aber sie steht seit Monaten auf der Warteliste, ohne dass etwas passiert.

 

Der alltägliche Kampf gegen die Armut ist ein wichtiger Aspekt der Arbeit bei hpkj coach. Denn Integrationsziele sind nur erreichbar, wenn der Armutsproblematik aufmerksam und wirkungsvoll begegnet wird

 

Da hpkj coach innerhalb des Verbundprojekts des Referats für Arbeit und Wirtschaft eng mit einer Schuldnerberatung kooperiert, kann schnell und unkompliziert erreicht werden, dass Frau J. dort zeitnah einen Termin bekommt. Sie atmet zum ersten Mal seit langer Zeit auf, die Schuldentilgung reißt jedoch ein tiefes Loch in das Hartz-IV-Budget von 359 Euro, das sie zum Überleben braucht.

 

Trotz der ständig gegenwärtigen Armutssituation und der fehlenden beruflichen Perspektiven gelingt es uns, Frau J. ihre bisherigen Erfolge aufzuzeigen und sie beginnt, wieder zuversichtlicher in die Zukunft zu sehen. Wir organisieren für sie, die nie eine Schule besucht hat, einen Platz in einem Alphabetisierungskurs – sie will endlich lesen und schreiben lernen, um so ihre Integrationsperspektive zu verbessern. Sie berichtet immer wieder stolz von ihren Lernfortschritten.

 

Wie viele andere unserer Klient*innen hat auch Frau J. oftmals kein Geld mehr, um sich etwas zu essen zu kaufen. In der Beratung ist bereits so viel Vertrauen entstanden, dass sie diese Notsituation benennen kann. Um für sie eine dauerhafte Unterstützung in Form von Nahrungsmitteln zu gewährleisten, stellen wir den Kontakt zur Münchner Tafel her.

 

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