Milieutherapie

Die pädagogisch-therapeutische Arbeit des hpkj e.V. ist von Beginn an mit dem Konzept der Milieutherapie verbunden. Historische Entwicklungen führten zunächst in der Psychiatrie zum Begriff des therapeutischen Milieus. Es sollten alle Perspektiven des Alltags und nicht nur die des Psychiaters und der Therapeuten in das Krankheitsverständnis und die Behandlung einfließen. Die Erkenntnis, dass ein therapeutisches Verständnis weit über die Einzelstunde hinausgehen muss, wurde vor allem in der Behandlung Jugendlicher schon bald aufgegriffen.
Unser Bezugsrahmen, in dem Therapie stattfindet, also das Bemühen um Wiedergutmachung und Heilung, schließt das gesamte Beziehungsgeflecht mit ein.

In den Einrichtungen des hpkj e.V. findet dies vielfältig Niederschlag. In den (stationären und teilstationären) Einrichtungen wird nach dem Gedanken des therapeutischen Milieus der ganze Alltag als Setting betrachtet und in einem multidisziplinären Team entsprechend damit gearbeitet.

Die Milieutherapie als intensive Gruppenerfahrung findet in fast allen Einrichtungen statt: 10 Tage lang wird in einem italienischen Bauernhaus gemeinsam gelebt und an einem (meist handwerklichen) Projekt gearbeitet. Abends werden die Erlebnisse ausgewertet, das Erfahrene besprochen, geklärt und nutzbar für zu Hause gemacht. Durchzuhalten und am Ende gemeinsam das Ziel zu erreichen, das kann z.B. für den schulischen Langstreckenlauf ein motivierendes Beispiel werden.